Seven Scharf
Mit großer Spannung erwarten Kulturfreunde heuer die Neuinszenierung von Faust I. Jetzt gaben Künstler erste Einblicke in die bevorstehende Produktion der Salzburger Festspiele:
„Alle denken, die Maschine kommt. Ich habe mich bemüht, diese Erwartungshaltung zu durchbrechen. Es ist wirklich herausragend, was diese Werkstätten unter der Leitung des technischen Direktors Andreas Zechner vollbringen. Ich sage das hier nicht, um mich beliebt zu machen. Es ist ganz außerordentlich. Nichtsdestotrotz ist es eine Bühne, die den Maschinencharakter nicht in den Vordergrund stellt. Es ist eine Bühne, die bewegt, aber der Motor der Bewegung stammt nicht von einer Maschine, die offengelegt wird, sondern vom inneren Antrieb der Haupt- und Titelfigur, von Faust selbst. Das Publikum wird trotzdem eine Scheibe erblicken. Aber diese Scheibe ist nicht mehr sichtbar, sondern in den Boden eingelassen. Motorik oder Maschine werden hier nicht ausgestellt, sondern bilden die Grundlage, auf der Bewegung durch die Darsteller·innen hergestellt werden kann. Darüber hinaus gibt es eine sehr aufwendige Konstruktion, zwei monumentale Wände, die – als Nukleus der Inszenierung – einen Korridor bilden. Die Wände sind 360° drehbar, heben und senken sich und können in psychedelischen Farben leuchten. Es sind Scheiben, die mit LED Stripes hinterlegt sind. Und so erscheint kein Eisen, kein Holz, kein Material, sondern eine immaterielle Bühne.“ so Regisseur Ulrich Rasche.